Mark Twain Center Heidelberg
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Mit der Dauerausstellung »Join the Story – 200 Jahre transatlantische Perspektiven« erzählt das Mark Twain Center Weltgeschichte aus der deutsch-amerikanischen Perspektive am Beispiel Heidelbergs. Das anlässlich des Abzugs der US-Militärs aus Heidelberg entstandenen Center für transatlantische Beziehungen möchte den Blick auf die Vergangenheit mit Perspektiven aus Kultur und Wissenschaft zusammenbringen und den deutsch-amerikanischen Dialog zu Zukunftsfragen vorantreiben.

Den Auftakt der Dauerausstellung bildet eine Hall of Fame aus Zeitzeug*innen und berühmten Persönlichkeiten mit Heidelbergbezug. Sie rückt den biographischen Ansatz des Mark Twain Centers in den Fokus der Besucher*innen und bildet die Basis für die weitere Vermittlung über ein Digitales Dossier. Neben dieser digitalen Spur bietet die thematisch strukturierte Ausstellung den Besucher*innen immer wieder neue Perspektiven an. Authentische Räume mit historischen Exponaten wechseln sich mit raumgreifenden Inszenierungen ab, wie einem medial bespielten Stadtmodell oder großflächigen Grafiken. Die kontrastreiche Grafik wirkt dabei als verbindendes Element und inszeniert die Themen je nach Bedarf zurückhaltend oder prägnant.

Der reduzierte Einsatz von Texten im Raum stellt die Exponate sowie das Digitale Dossier in den Mittelpunkt. Das Leitsystem prägt die Identität des Mark Twain Centers als Ort der Begegnung und reminisziert gleichzeitig dessen Namensgeber. Eine Kombination aus der selbstentwickelten Schriftart »Twain«, dem Einsatz der Farbe »Heidelbeerblau« und den in den Räumen verteilten Mark Twain Zitaten entsteht eine ganz individuelle Symbiose aus der Haltung des Autors, dem Center und der Stadt.

Inhaltliches Herzstück der Ausstellung ist das Digitale Dossier, auf das die Besucher*innen über ein Tablet zugreifen. Interviews von Zeitzeug*innen und animierte Biopics historischer Persönlichkeiten vermitteln den Besucher*innen einzigartige Perspektiven auf historische und persönliche Ereignisse. Kontextualisiert wird dieser biographische Zugang von Texten, Fotos, Video- und Audiobeiträgen, sowie interaktiven Umfragen, die mit den Objekten in der Ausstellung korrespondieren.

Das Digitale Dossier begleitet die Besucher*innen automatisch von Raum zu Raum und lädt sie mit verschiedenen interaktiven Elementen zum Entdecken und Vertiefen von Ausstellungsinhalten ein. Eine separate Spur vermittelt Hintergründe zur historischen Bausubstanz und dem Gebäude selbst. Je nach Anwendung können die Besucher*innen das Tablet zum Scannen von Fotos nutzen, Medienstationen steuern und sich mit einem medial bespielten Stadtmodell von Heidelberg synchronisieren. Eine Videokabine am Ende des Rundgangs, die ebenfalls über das Tablet gesteuert wird, lädt die Besucher*innen dazu sein, selbst zu Zeitzeug*innen zu werden. Hier können sie ihre Geschichte(n) zu erzählen und so am transatlantischen Dialog zu partizipieren.

Im Raum »Meet the Commander« dürfen sich die Besucher*innen in einem historisch inspirierten Strategiespiel versuchen. Als Politiker*innen beteiligt an einem fiktiven Ringen zweiter Weltmächte um internationale Vorherrschaft, lernen sie spielerisch das Phänomen der Eskalationsspirale kennen und erleben die Gefahr eines möglichen Atomkrieges. Der Medientisch entfaltet zusammen mit dem Digitalen Dossier und dem authentischen Raum eine immersive Atmosphären, in der man alleine, im Team oder gegeneinander diplomatische und militärische Entscheidungen treffen muss, um den Ausgang des Konfliktes und des eigenen politischen Schicksals zu beeinflussen. 

Der Zugang zum Mark Twain Center und der Besuch der Dauerausstellung sind barrierefrei. Eine Audiospur für alle digitalen Texte und eine Untertitelung der Video- und Audioinhalte ermöglichen Menschen mit und ohne Behinderungen einen leichten Zugang zum Digitalen Dossier. Die kontrastreiche Grafik und das ruhige Schriftbild gewährleisten eine gute Lesbarkeit der Ausstellungstexte. Abgerundet wird das inklusive Paket durch einen eine bewusste Ansprache von Schulen und Schulklassen, sowie dem Angebot an mehrsprachigen Führungen und dem freien Eintritt zur Dauerausstellung.

Auftraggeber: Stadt Heidelberg
Projektart: Dauerausstellung
Ort: Heidelberg
Eröffnung: 2022
Ausstellungsfläche: 450 qm
Fotografie: Elia Schmid