Kinderemigration aus Frankfurt
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Sechs Kinder, Sechs Lebensgeschichten, Sechs Comics, Sechs Kinderzimmer.

Für die Ausstellung „Kinderemigration aus Frankfurt“ geben wir sechs Kindern, wieder einen Platz in der Stadt Frankfurt: durch die symbolische Rekonstruktion ihrer Kinderzimmer, die sie auf der Flucht vor den Nationalsozialisten verlassen mussten. Jedes dieser sechs gleichförmig ausgebildeten Zimmer wird durch ein Gerüststruktur definiert, das die Raumkanten der Räume nachzeichnet. In einem leuchtenden Signalrot gefärbt ist dieser Umriss des Zimmers das markanteste Gestaltungselement der Ausstellung.

Die Struktur bildet die Basis für Möbel und Wandflächen, die zur Präsentation der Comics, sowie der Objekte, die die Geschichte der Kinder belegen, genutzt werden. Dabei sind die Wände der Zimmer nur partiell mit Flächen belegt, um den fragmentarischen Charakter der Darstellung zu betonen.

So plakativ und dominant die Farbigkeit des Gerüstes gewählt ist, so zurückhaltend ist der übrige Ausstellungsbau in Materialität und Farbigkeit gehalten. Er dient so der Präsentation der sechs, in ihrem Zeichenstil und Farbigkeit sehr unterschiedlichen Comics, die die Lebensgeschichte der Kinder nacherzählen. Objekte wie Fotografien, Dokumente, Briefe und persönliche Erinnerungsstücke werden in schlichten Vitrinen präsentiert.

Das Verschwinden der Kinder aus ihren Familien, ihrem Umfeld und aus der Stadt ist das Leitmotiv der Ausstellung und ihrer gesamten Kommunikation. Die Kinder, als Motiv den Comics entnommen, erscheinen als temporäre Installation an verschiedenen Orten in der Stadt und verweisen über die Ausstellung hinaus auf das Thema. Sowohl das Plakatmotiv, als auch der Teaserfilm spielen mit dem gleichen Motiv und rücken die Kinder und die von ihnen verlassenen Orte ins Zentrum der Erzählung.

 

Auftraggeber: Deutsches Exilarchiv 1933–1945 der Deutschen Nationalbibliothek, Frankfurt am Main
Projektart: Wechselaussstellung und Interventionen im Stadtraum
Ort: Wechselausstellungsraum in der Deutschen Nationalblibliothek
Eröffnung: 1. September 2021 – 15. Mai 2022
Ausstellungsfläche: 300 qm
Fotografie: Elia Schmid